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Einige grundlegende Ratschläge für die Koihaltung

Bitte nehmen Sie meine Hinweise ernst, ansonsten verzichten Sie auf die Haltung von Koi.

Viele Teichfreunde sind bereits in Besitz eines Gartenteiches und erwägen die Haltung von Koi. Jedoch sind die allermeisten Gartenteiche dafür ungeeignet. Auch wenn im Verwandtenkreis oder beim Nachbarn der Gartenteich mit Koi seit Jahren funktioniert, gilt dies wohl eher für einfache Nachzuchten und Eurokoi. Bei hochwertigen "genetisch empfindlichen" Japankoi sieht dies oft anders aus. Als hochgezüchtetes Rassetier stellt der Koi besondere Ansprüche an seine Umwelt.

In den letzten Jahrzehnten wurden durch züchterische Maßnahmen genetische Eigenschaften der Koi verändert(Domestikation). Im Vordergrund standen Körperbau, Wachstum und Hautqualität. Eigenschaften wie Robustheit und Krankheitsanfälligkeit finden hier keine Berücksichtigung. Deshalb hinkt der Vergleich "Der Koi sei ja nur ein bunter Karpfen". Nicht nur in Blutlinie und Herkunft, auch in den einzelnen Varietäten und Beschuppungsformen finden sich phänotypische Unterschiede. Folgedessen stellen nicht alle Koi dieselben Ansprüche an ihren Lebensraum. Als besonderes Merkmal sei hier die Kältetoleranz genannt.

Jedem Neueinsteiger sollte nach den folgenden Ratschlägen bewusst sein, dass für die Haltung von Koi ein Teich nötig ist, der deren Ansprüche auch gerecht wird. Die nötige Einsicht zeigt sich bei vielen Koiliebhabern im mehrfachen Umbau ihrer Anlage, teils aus Unwissenheit, teils aus "Sparen am falschen Ende". 

Informieren Sie sich im Vorfeld über die Ansprüche von Koi, bauen ERST einen koigerechten Teich und kaufen DANN die Koi. Lesen Sie Fachliteratur, melden sich in diversen Koiforen an und suchen Sie so Kontakt zu erfahrenen Koihaltern. Oft bietet sich die Möglichkeit deren Teiche zu besichtigen, hier wichtige Ratschläge zu beherzigen und Zusammenhänge in Wasserchemie und Filtertechnik besser zu verstehen. Auch bietet sich eine Mitgliedschaft im KLAN an, bundesweit kann dann an Stammtischen teilgenommen werden.

Ansprüche an einen Koiteich:

Mindestgröße je nach Oberfläche 15000L, eine möglichst kleine Teichoberfläche wählen, die Auskühlung zwischen Tag und Nacht wird damit verringert, Temperaturschwankungen sind Stress und damit Krankheitsauslöser für Koi, vermeiden Sie je nach Stoffwechselaktivität Temperaturschwankungen von mehr als 2°C(unter 15°C) und von mehr als 4°C(unter 22°C) je Tag, steuern Sie bei flachen Teichen mit einer  Heizung im Frühjahr und Herbst dagegen. Grundsätzlich spricht nichts gegen kleine Teiche, nur sollte bei dieser Empfehlung nicht die Notwendigkeit einer Heizung vergessen werden, um Temperaturschwankungen auszugleichen, und dies bereits im Sommer!

Sind Sie in der Lage Temperaturschwankungen mit geeigneten Maßnahmen zu verhindern, ist die Teichtiefe nebensächlich. Planen Sie im Teichprofil eine Flachwasserzone zwischen 50 bis 80 cm mit ein, kränkelnde und angeschlagene Koi nutzen gern flache Bereiche zur Erholung.

Kommt eine Teichheizung nicht in Frage, sollte eine Teichtiefe von min. 2 Meter gewählt werden, wie oben erwähnt mit kleiner Oberfläche. Ein "Suppenschüsselteichprofil" findet hier keine Anwendung, Teichwände müssen senkrecht verlaufen.

In den meisten Fällen versuchen Koihalter ihr Teichwasser glasklar zu filtern, bedenken Sie hierbei die Gefahr von Sonnenbrand auf unpigmentierter Haut der Koi. Eine Beschattung mitttels Sonnensegeln schafft hier Abhilfe, auch fühlen sich Koi durch solch einen Schutz von oben sicherer.

Die Filteranlage sollte in Schwerkraft arbeiten und bietet aus energetischer Sicht einen großen Vorteil gegenüber gepumten Systemen. Der Filter sollte so platziert sein, dass er das ganze Jahr in Betrieb bleibt. Besonders wichtig ist hier eine effektive mechanische Vorfilterung mit sofortiger Entfernung der Schmutzfracht aus dem System! Der biologische Filterteil muss in der Lage sein, alle Ausscheidungsprodukte der Koi umzusetzen. Deshalb sollten Sie im Vorfeld wissen, welchen max. Koibesatz Sie halten möchten.

Die Umwälzung der gesamten Wassermenge sollte min. alle 2 Stunden erfolgen.(bei hohem Besatz stdl.)

Bodenabläufe und Skimmer für eine effektive Filterung sind Voraussetzung!

Die Belüftung sollte im Filter und im Teich erfolgen.Um eine Stickstoffübersättigung zu vermeiden, sollte die Belüftung nicht tiefer als 1,5m erfolgen.

Koi sind keine Kaltwasserfische, planen Sie im Vorfeld gleich die Möglichkeit einer Winterabdeckung ein, Wassertemperaturen von 4°C sollten die unterste Grenze darstellen. Hierbei ist zu erwähnen, das die besagten 4°C kein Dogma darstellen, entscheidend für eine kalte Überwinterung sind stabile Wassertemperaturen! Was unsere Koi im Winter und Frühjahr umbringt, sind Temperatursprünge von mehreren Grad, geschuldet aus zu kleinen Teichen und falschen Teichprofilen. Hier ist der Einsatz einer Teichheizung Pflicht! Auch macht es einen Unterschied, ob im Herbst und Frühjahr zugeheizt wird und im Winter die Temperatur für einige Wochen auf 4°C fällt oder ob in kalten Regionen von Oktober bis März die Teichtemperatur dauerhaft so niedrig liegt.

Achten Sie auf stabile Wasserwerte und messen diese wöchentlich, verwenden Sie kein Regenwasser.

Hier finden Sie wichtige Hinweise zu geeigneten Wasserwerten: http://www.koi-live.de/ftopic45322.html

Regelmäßige Wasserwechsel sind eine zwingende Notwendigkeit, da sonst Schadstoffe wie Schwermetalle, Nitrat, Hormone, Phenole usw. in hohen Konzentrationen entstehen. Auch die Versorgung mit wichtigen Spurenelementen über die Haut der Fische wird durch regelmäßige Wasserwechsel gewährleistet. Größere Austauschraten sollten auf mehrere Tage verteilt werden. Koi reagieren empfindlich auf schwankende Werte, tauschen Sie je nach Jahreszeit und Besatzdichte wöchentlich 10-30%.

Achten Sie auf eine artgerechte Ernährung, hierbei sollten Sie nicht unbedingt den Herstelleraussagen vertrauen.

Um die Auswahl im unüberschaubaren Futtermarkt zu erleichtern, wählen Sie grundsätzlich ein Futter mit 35-45% Protein und 8-12% Fett aus. Kleine schnellwachsende Koi benötigen größere Proteinmengen, große, langsam wachsende Koi weniger Protein.(ausführliche Infos führen an dieser Stelle zu weit, ich helfe aber gern!)

Verwenden Sie ein Futterautomat, füttern Sie bei Temperaturen über 22°C kleinen Koi 8-10, mittleren Koi 6 und großen Koi 4 Mahlzeiten täglich. Fütterungen nur morgens und abends in der warmen Jahreszeit entsprechen nicht der Ernährungspysiologie der Koi.

Gleichmäßige Futtergaben über den Tag verteilt sind auch für den Biofilter von Vorteil. Hohe Ammoniakausscheidungen und Nitritwerte sind Folge großer Futtermengen in kleinen Rationen. Nitrifikationsbakterien in Biofilter benötigen ein gleichmäßiges Nahrungsangebot.

Lassen Sie den Koi Zeit beim Fressen, Aussagen wie "nur so viel wie in 5 Minuten gefressen wird" stammen aus den Anfängen der pelletierten Futtermitteln. Sie zwingen die Koi nur das Futter gierig aufzunehmen, ängstliche Fische kommen in ihrer Ernährung zu kurz.

Kaufen Sie Futter nach Gewicht und nicht nach Literangaben, verfüttern Sie zusätzlich Naturnahrung, Salat, Melone, Shrimps, Mehlwürmer.

Füttern Sie Ihre Koi im Winter bis zu einer Wassertemperatur von 12°C täglich, darunter 3 bis 4 mal in der Woche. Unter 5°C sollte die Fütterung eingestellt werden.

Bei der Besatzdichte rechnen Sie mit 1000L je kilo Koi bis 70cm. (Ein Koi von 30cm wiegt ca. 350g, ein Koi von 45cm 1300g, ein Koi von 60cm 3500g.) Bei Koi über 70cm rechnen Sie auf Grund der Volumenzunahme und des geringeren Stoffwechsel mit 500L je kilo Koi.(Ein Koi von 80cm wiegt 10kg.) Dies dient nur der groben Orientierung für Ihre Teich-und Filterplanung, entscheidend ist immer die Filterleistung sowie die Sauerstoffversorgung. Sicher lässt sich der Besatz mit einem perfektem Teichmanagement um ein vielfaches erhöhen, auf Grund des fehlenden O2 Puffer droht jedoch bei Strom-oder Technikausfall schnell der Kollaps.

Planen Sie beim Teichbau ein beheizbares Quarantänebecken mit ein, neue Koi kommen nicht sofort in den Teich, eine 3 wöchige Quarantäne ist nochmals nötig, auch wenn der Händler diese bereits durchgeführt hat. Das Zusammenbringen von alten und neuen Koi wird auch in einer Quarantäne durchgeführt. Beim Zusammensetzen ohne Quarantäne besteht immer die Gefahr einer Kreuzverkeimung, sowohl beim Altbestand wie auch beim Neuzugang. (dazu können Sie mich gern kontaktieren).

Auch einen kranken Koi wird es mal geben, mitunter kann der Fisch nach langer Behandlungsdauer temperaturbedingt nicht mehr in den Teich zurück.

Setzen Sie Ihre neuen Koi nicht zu zeitig in den Teich, dauerhafte Teichtemperaturen von min. 16°C sind Voraussetzung. Ein Kälteeinbruch hat bei warm gehälterten Koi fatale Folgen, eine schnelle Temperaturabsenkung von 20°C auf 10°C bedarf einer Anpassung von mehreren Wochen.

Möchten Sie neue Koi im kalten Teich überwintern, bitte keine Zukäufe mehr nach August, die verlockenden Herbstrabatte vieler Händler gehen oft nach hinten los.

Lernen Sie den Umgang mit einem Mikroskop, eine erfolgreiche Behandlung setzt die Kenntnis des Parasiten voraus, vermeiden Sie prophylaktische Medikamentengaben.

Die Notwendigkeit dieser Ratschläge zeigt sich jedes Jahr von Neuem.
Hunderte Hilferufe in allen Teichforen in der Rubrik "Krankheiten" im Herbst und Frühjahr sind Hinweis genug, das Teichanlagen und Teichmanagement unzureichend sind. Auch fragt man sich, wo schwimmen die vielen hunderttausend Koi die jährlich nach Deutschland gelangen? Bei einer recht hohen Lebenserwartung von Koi sollten alle Teiche doch längst überfüllt sein!

Scheuen Sie nicht den Kontakt zu mir. Sie erwartet kein Verkaufsgespräch!





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